Skip to content

Mein Wochenzitat 47/16: Wo bleibt Push?

bild-blog-homepage-47_16

Sind Sie im Distanzhandel tätig, zum Beispiel in einem Versandhandelsunternehmen für Elektronikartikel oder Kleider? Dann wissen Sie bestens: Eine wirtschaftlich erfolgreiche Kundenbeziehung lässt sich nicht mit einer Einmal-Werbemassnahme sicherstellen. Der heutige Kunde weisst ein solch hybrides Kaufverhalten auf, dass das passive Warten auf seinen nächsten Einkauf die beste Garantie für wirtschaftliche Probleme ist.

Mein Zitat der vergangenen Woche stammt aus einen Bericht über eine Studie der Digitalagentur MAPP zum Thema “Digitale Kundenkommunikation in Deutschland 2016″, erschienen in einem Newsletter des Haufe-Verlags:

“Ohne E-Mail-Marketing geht im E-Commerce nichts.”

Diese plakative Aussage legt den Finger auf zwei Punkte:

  1. Eine Kundenbeziehung muss regelmässig gepflegt werden, damit sie die damit verbunden wirtschaftlichen Ziele auch erfüllen kann. Auch auf Distanz. In einer bestehenden Kundenbeziehung hat sich (Permission vorausgesetzt) das E-Mail als effizientestes Instrument durchgesetzt, um regelmässig Kontakt zu pflegen und den Kunden laufend auf einem möglichst hohen Aktivitätslevel zu halten.
  2. Der Instrumenteneinsatz darf nicht durch Hype-Überlegungen dominiert werden, sondern muss sich – besonders im Direktverkauf – nach dem maximalen wirtschaftlichen Potential orientieren. Dabei schneidet das E-Mail, vor allem in der Kombination mit analogem Direktmarketing am Besten ab. Dies belegt auch eine Studie von Royal Mail: Integrating mail and email communications means you’ll not only meet customers’ needs, you’ll maximise the effectiveness of your communication. (Lesen Sie dazu auch mein Zitat der Woche 44/16)

In der aktuellen Marketingphase, in welcher immer ausgeprägter Pull-Instrumente und -Strategien (wie zum Beispiel Content Marketing) in den Vordergrund gerückt werden, besetzen klassische Push-Instrumente wie Mailings, Calls und E-Mails nur noch Schattenpositionen. Zu häufig wird vergessen, dass eine Kundenaktion nicht einfach stattfindet, sondern diese auch ausgelöst werden muss. Die Nachfrage, vor allem aber der Kaufabschluss, reduziert sich in vielen Branchen massiv, wenn sie nicht aktiv angestossen wird. Das Zitat dieser Woche lädt dazu ein, sich wieder mal bewusst zu machen, dass jede Investition ins Marketing vor allem ein Ziel haben muss: einen möglichst hohen Return on Marketing Investments zu erzielen.

Wenn Sie nicht im Distanzhandel tätig sind: Fragen Sie doch mal einen Marketingkollegen zum Beispiel aus dem Versandhandel, welches seine wirksamsten und wirtschaftlichsten Marketinginstrumente sind. Ohne welche er seine quantitativen Ziele nicht erreichen würde. Und gestatten Sie mir danach die Frage an Sie: Mit welchen Massnahmen gewinnen Sie zum Beispiel als Autohersteller, Versicherungsanbieter, Immobilienverkäufer, Event-Veranstalter, Reiseorganisator, B2B-Marketingverantwortlicher oder in einem anderen Bereich Tätiger, in welchem Ihr Geschäftsverlauf direkt von der Anzahl und der Qualität der generierten Leads und Wiederkäufer abhängt, in Zukunft die Basis Ihres wirtschaftlichen Erfolgs? Ziehen Sie sich lieber auf den Stuhl des Geschichtenerzählers zurück – oder besuchen Sie Ihre potentiellen und bestehenden Kunden nicht lieber direkt, auch auf Distanz? Und behalten so das Primat des Handelns in Ihren Händen?

Warten Sie am Ufer des Sees nicht darauf, dass Ihnen ein Fisch in die bereit gehaltene Bratpfanne springt. Nehmen Sie stattdessen lieber die Angelrute in die Hände und erhöhen Sie so deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nicht mit hungrigem Magen den Tag beschliessen müssen.

Noch kein Kommentar vorhanden

Ihr Kommentar

Verwenden Sie Basic HTML für Ihre Kommentare. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beitrags-Feed (RSS) abonnieren